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Abb. 1: Nachwachsende Treibstoffe nach BAFA, 2017
Abb. 1: Nachwachsende Treibstoffe nach BAFA, 2017
Abb. 2: Biotreibstoff-Generationen
Abb. 2: Biotreibstoff-Generationen

Biokraftstoffe sind Bioenergieträger, wie zum Beispiel Pflanzenöle, die, umgewandelt zu Biokraftstoffen, zum Antreiben eines Fahrzeugs verwendet werden können. Die am häufigsten in Deutschland und auch in Schleswig-Holstein verwendeten alternativen Treibstoffe sind, wie die Abbildung 1 zeigt, der Biodiesel und das Bioethanol.

Um das Volumen der alternativen Treibstoffe im deutschen Verkehr einschätzen zu können, zeigt die Abb. 1, dass der derzeitige absolute Biotreibstoff-Anteil bei 3,4 Mio. t am deutschen Markt liegt. Dass entspricht einem Marktanteil von 5 – 5,1% je nach Quelle.

Vgl. Kraftstoffanteil, Statistisches Bundesamt 2017

Die Abb. 2 stellt die unterschiedlichen Generationen der Biotreibstoffe dar. Die Generationen deuten das Konkurrenzpotenzial zur Nahrungsmittelproduktion an. D.h. die 1. Generation steht in hoher Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, während die 3. Generation in nahezu keiner Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.
Warum sind Biokraftstoffe wichtig und warum lohnt sich ihre Erforschung? Laut einer Zukunftsstudie vom Institut für Mobilitätsforschung in Kooperation mit der BMW Group besteht der Druck durch den Klimawandel und die damit einhergehenden europaweiten Gesetzgebungen für den Straßenverkehr. Insbesondere klare Emissionsvorgaben seitens der europäischen und nationalen Gesetzgebung, die zu einer Selbstverpflichtung des europäischen Automobilherstellerverbandes geführt hat. Durch die Selbstverpflichtung besteht die Verlässlichkeit und das Voranbringen für die Antriebstechnologieentwicklung. Hier gehört neben der Entwicklung von effizienteren und auch elektrischen Antrieben, auch die Entwicklung von alternativen Treibstoffen. Ein Auszug aus der Studie bestätigt, dass die Emissionsziele nicht ohne die Biokraftstoffe realisierbar sind:
Vgl. S. 28 ff., IFMO, 2010, Zukunft der Mobilität – Szenarien für das Jahr 2030

„Wenn auch die Effizienz konventioneller Antriebe weiter deutlich gesteigert wurde, konnten die anspruchsvollen Verbrauchs- und Emissionsziele nicht alleine dadurch realisiert werden. Sie erfordern vielmehr deutliche Forschungsanstrengungen bei alternativen Kraftstoffen und Antriebskonzepten, die auch vor dem Hintergrund begrenzter Rohölressourcen für die Aufrechterhaltung der Mobilität auch über 2030 hinaus von großer Bedeutung sind. Ein wichtiger Baustein des Energiemix im Straßenverkehr sind heute Biokraftstoffe. Heute machen Biokraftstoffe der zweiten und dritten Generation nahezu einen Fünftel des gesamten Energiemix im Straßenverkehr aus.“
Zitat, S. 29, IFMO, 2010, Zukunft der Mobilität – Szenarien für das Jahr 2030

Mit der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung und der Biomassestrom-Nachhaltigkeits-Verordnung soll die EEG-Richtlinie (genauer 2009/28/EG) der Europäischen Union umgesetzt werden. Die EEG fordert von Biokraftstoffen eine Treibhausgasemissionsminderung von mindestens 35 %, die Herkunft der Biokraftstoffe spielt hierbei keine Rolle. Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland 10 %, der im Verkehr erzeugten Treibhausgase, durch erneuerbare Energien gedeckt werden, allerdings nicht nur durch Biokraftstoffe.

Laut der Europäischen Kommission „verursacht die EU circa 21 % aller Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor, und die Tendenz ist steigend. Um die Nachhaltigkeitsziele und besonders die im Kyoto-Protokoll vereinbarte Verringerung der Treibhausgasemissionen zu erreichen, müssen daher Wege gefunden werden, wie sich die verkehrsinduzierten Emissionen verringern lassen.“
Zitat: http://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2006/DE/1-2006-34-DE-4-0.Pdf

Es lässt sich behaupten, dass im Grundsatz Alternativen zu den fossilen Energieträgern unumgänglich sind. Dies wird durch die Verringerung und Endlichkeit des Erdölvorkommens und die Verstärkung des Treibhauseffektes deutlich. Dies erfordert zwingend Regulierungen und ein Abkommen zum Erhalt der Umwelt, Lebensqualität und Ressourcenschonung auf der Erde. Allerdings darf die ethische „Tank-oder-Teller-Frage“ nicht aus den Augen verloren werden, so dass alle Akteure bestrebt sein sollten, die 2. und 3. Generation der Biotreibstoffe auszubauen und zu nutzen, um somit auch die Biodiversität zu schützen. Das Fazit lautet also, dass die Biotreibstoffe eine gute Unterstützung bieten, alleine aber nicht ausreichen um den Bedarf zu decken und nur als sinnvolle Ergänzung dienen, sofern sie nicht mit den Lebensmitteln in Konkurrenz stehen.

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